100% der Mitglieder fanden dieses Review hilfreich
Film:
2,0 von 5,0
Bild:
4,5 von 5,0
Ton:
3,0 von 5,0
Ausstattung:
3,5 von 5,0
Kritik:
Film: Der Titel Films "Year One - Aller Anfang ist schwer" und sein Hauptdarsteller Jack Black suggerieren ohne nähere Kenntnis des Streifen zunächst einmal die Erwartung an eine möglicherweise unterhaltsame Steinzeitkomödie. Dann wurde der Film auch noch von Judd Apatow produziert, der immerhin für Komödien wie "Beim ersten Mal" oder "Jungfrau (40) männlich sucht" Regie geführt hat. Letztlich stellt sich aber schon nach wenigen Minuten heraus, dass man mit dieser Einschätzung völlig verkehrt liegt. "Year One" ist ein ziemlich müder Versuch, Monthy Pythons Meisterwerk "Das Leben des Brian" nachzueifern. Dieser Versuch geht vollauf in die Hose, im wahrsten Sinne des Wortes. Statt bissigem Humor und Wortwitz, wird aus allen Lagen gepisst, gefurzt, gekotzt und Scheiße gefressen. Billiger, uninspirierter Fäkalhumor wird mit dem Vorschlaghammer serviert. Dazwischen lässt sich zwar ab und an so etwas wie subtiler Humor ausmachen, doch die wenigen gelungenen Gags bleiben überschaubar und können das extrem niedrige Niveau auch nicht mehr anheben. Inhaltlich rast der Film durch verschiedene Epochen der antiken Geschichte und bedient sich dabei ungeniert aller möglichen, längst vergessenen Sandalenfilme oder persifliert allzu deutlich Filme wie "10.000 B.C.".
Vom Vorbild "Das Leben des Brian" ist man dabei meilenweit entfernt und lässt alle Möglichkeiten ungenutzt, die sich grundsätzlich angeboten hätten. Allein aus dem religiös-historischen Hintergrund des Films hätte man der Steinzeitkomödie durch die Einbindung zahlreicher bissiger und ironischer Anspielungen auf die Sprünge helfen können. Was der Zuschauer jedoch an Inhalten und Dialogen geboten bekommt, bleibt über weite Strecken einfallslos und völlig sinnentleert. Leider funktioniert der Streifen nicht einmal als Trashbeitrag, da der Film viel zu sehr auf Mainstream konzipiert ist. Jack Black ist Dreh- und Angelpunkt des Films, doch das rettet den Film auch nicht mehr. Zudem hat man Jack Black durchaus schon besser und inspirierter auftreten sehen. Bei alldem kann man dann durchaus noch verkraften, dass dem Film jegliche Logik oder historische Korrektheit abhanden gekommen ist. Aber diesbezüglich ist man Komödien gegenüber in der Regel ohnehin deutlich toleranter.
Jede Menge Toleranz ist jedoch auch gefragt, wenn man den Film einfach mal nur so sehen möchte und davon ausgeht, dass es genügt einfach nur sein Hirn auszuschalten. Nur hartgesottene Jack Black Fans und zurückgebliebene Jugendliche oder spätpubertierende des männlichen Geschlechts dürften schmerzfrei genug sein, um diesen Historienspaß vorbehaltlos zu überstehen. Die meisten werden aber lieber zum x-ten Male "Das Leben des Brian" schauen, bevor sie diesem Film eine zweite Chance geben.
Bild: Während der Film doch eher enttäuschend ist, gibt es vom Bild eigentlich nur positives zu berichten. Die Blu-ray überzeugt bildtechnisch in Manier eines gehobenen Blockbusters. Die Bildschärfe ist durchweg sehr gut, das gilt sowohl für die Nahaufnahmen als auch die Totalen. Das Bild ist jederzeit scharf und detailreich. Gesichter, Kostüme etc. überall lassen sich feinste Texturen erkennen. Das ist vielleicht noch nicht ganz Referenzniveau, sieht aber schon ziemlich gut aus. Einen ähnlich positiven Eindruck hinterlassen die sehr lebendigen und natürlichen Farben. Die Kontraste sind ebenfalls sehr ausgewogen und unterstützen vorbildlich den plastischen Bildeindruck. Der Schwarzwert könnte aber hier und da noch eine Nuance mehr vertragen. Ansonsten macht das Bild einen sehr klaren und sauberen Eindruck.
Ton: Im Gegensatz zu exzellenten Bildperformance kommt der Ton nicht über einen durchschnittlichen Charakter hinaus. Das mag primär daran liegen, dass Komödien in der Regel eher dialogorientiert sind und sich die Klangkulisse, wie auch hier, überwiegend im Frontbereich entfaltet. Sowohl die deutsche als auch die englische Originalfassung sind als 5.1 DTS-HD Tonspuren auf der Blu-ray enthalten. Vor der sauberen und guten Dialogwiedergabe einmal abgesehen, habe diese aber nicht viel zu bieten. Surroundeffekte und Umgebungsgeräusche bleiben absolut überschaubar, genauso wie Basseinlagen, die von den Musikstücken abgesehen, auch kaum in Erscheinung treten. Unterm Strich wäre hier sicher mehr möglich gewesen, den tonalen Anforderungen des Genres werden die Tonspuren aber zumindest halbwegs gerecht.
Fazit: Das "Alte Testament" oder eine gutes Geschichtsbuch zu lesen ist sicherlich spannender und möglicherweise auch humorvolle, als diese zumeist lieblose Fäkalzotte, die allzu offensichtlich auf billige Schenkelklopfer setzt. Immerhin macht das Bild der Blu-ray einen mehr als soliden Eindruck.
Testequipment:
Projektor: Sony VPL VW 60
HD-DVD-Player: Toshiba HD-XE1 (Vers. 2.7)
Blu-ray: Panasonic DMP-BD55 (Vers. 1.6)
Leinwand: DaVision Cadre light 240cm 16:9
Audio: Denon AVC-A 1 SE / Boxen: Jamo Two THX-D6 (7.1)
Raum: Vollständig dunkelblaues Heimkino (7x4 m)